In einem FinTech zu arbeiten ist kein Zuckerschlecken, aber eine super Erfahrung auf der Überholspur für Top-Talente

SALAMANTEX
5 min readOct 17, 2022

- Ein Kommentar von René Pomassl, Gründer und CEO bei SALAMANTEX

Arbeiten in einem Start-up; da denkt man direkt an Freunde, die in einem entspannten Umfeld mit Tischfußball-Tischen und Hängematten zusammenarbeiten. Die Medien haben dieses teils überzogene Bild mit Filmen wie ‚Prakti.com‘ geprägt, in dem sich Owen Wilson als Noogler über die kostenlosen Snacks freut, von Besprechung zu Besprechung auf dem Firmen-Elektroscooter düst, und sich über die power-napping Kollegen in Schlafpods wundert. Der Film zeigt allerdings auch einige nicht so schöne Eigenschaften aus dem Arbeitsleben in einem Tech-Unternehmen. Die Mitarbeiter sind alle extrem ambitioniert und stehen unter großem Druck mit der nächsten innovativen Idee zum Erfolg und dem Überleben der Firma beizutragen. Offene Stellen sind Mangelware und so kämpfen selbst Top-Talente hart um die begehrten Einstiegspositionen. In der Start-up-Welt kommt Seniorität nicht mit dem Alter, wie wir in ‘Man lernt nie aus’ sehen können, in dem Robert de Niro sich als älterer Mitarbeiter daran gewöhnen muss, eine halb so alte und erfahrene Chefin zu haben, gespielt von Anne Hathaway.

Schauen wir uns dieses Hollywood-inspirierte Bild einmal genauer an, um zu analysieren welche Eigenschaften die Tech-Welt tatsächlich ausmachen. Uns fällt direkt auf, dass alle Hauptmerkmale der Branche sowohl als Vor- als auch als Nachteile interpretiert werden können, je nach der Einstellung des Betrachters:

  • Innovationskultur: Innovatives Denken ist komplett in die Firmenphilosophie eingebettet.
    + Ein Traum für Kreativköpfe — unkonventionelles Denken und kreative Ideen sind immer gefragt.
    - So manch eine(r) leidet unter dem Druck immer neue Ideen finden zu müssen und nicht einfach in einer gemütlichen Routine arbeiten zu können.
  • Flexibles Arbeiten: Flexible Arbeitszeiten und -orte sowie unbegrenzte Urlaubstage sind gefragte Vorteile um Jobsucher anzulocken. Statt der geleisteten Arbeitsstunden wird die tatsächlich gebrachte Leistung der Mitarbeiter gemessen — das Wann und Wo sind egal.
    + Die Möglichkeit wann und wo man will zu arbeiten, hat einen enormen Einfluss auf die persönliche Work-Life-Balance.
    - Spätestens während der Covid-Pandemie, haben viele erkennen müssen, dass das Arbeiten von zuhause nicht zwingend so traumhaft wie erwartet ist. Die Grenzen zwischen der Arbeitswelt und dem Privatleben verschwimmen, so dass einige letztendlich mehr arbeiten als sie es im Büro bei 9–5-Arbeitszeiten tun würden. Viele haben auch die auf Produktivität und Zusammenarbeit ausgelegte Büroumgebung vermisst. Anderen hingegen fehlte das tägliche Pendeln, da diese Zeit im überfüllten Alltag einem ganz allein gehörte und so eine Art Entspannung war.
  • Rasche berufliche Weiterentwicklung: In Start-ups legt jeder da Hand an, wo gerade Not am Mann ist und so ist es ganz normal, dass alle in mehreren Abteilungen aktiv sind. Alle helfen überall mit und dabei sind Motivation und Selbstbewusstsein oft wichtiger als Arbeitserfahrung.
    + In mehreren Teams parallel eine Position inne zu haben, bedeutet auch Arbeitserfahrung in mehreren Bereichen gleichzeitig sammeln zu können. Damit befindet sich die persönliche Entwicklung auf der Überholspur im Vergleich zu einem konventionellen Arbeitsumfeld. Überflieger können also Sprossen auf der Karriereleiter überspringen.
    - Klingt ideal für manche, für andere allerdings ist es ein absoluter Albtraum. Sie leiden unter dem Hochstapler-Syndrom oder bekommen einen Burnout, da ihnen mehr Verantwortung und Arbeitslast zugemutet wird, als sie stemmen können.
  • Formbarkeit: Start-ups sind noch in der Mache und somit sind viele Prozesse noch nicht definiert. Das bedeutet Chaos für die einen, wunderbare Freiheit und Mitentscheidungs-Möglichkeiten für die anderen.
    + Noch nichts ist in Stein gemeiselt und so kann jeder eine aktive Rolle in der Ausarbeitung von Prozessen, Regelungen und Strukturen spielen.
    - Arbeiten ohne Prozesse bedeutet, dass man von Null beginnen muss und es erstmal keine Konsistenz gibt. Das kann frustrierend sein. Neue Prozesse einzuführen und durchzusetzen kann eine aufwendige und zeitintensive Aufgabe sein.

Diese definierenden Merkmale der Branche teilen Jobsucher in zwei Gruppen auf; für die Hälfte klingt es nach einer spitzen Arbeitsgelegenheit, die andere Hälfte ist abgeschreckt. In den letzten Jahren haben die Covid-Pandemie sowie politische und wirtschaftliche Unruhen vor allem in den jüngeren Generationen vermehrt zu Angststörungen geführt. Durch diesen Anstieg an Ungewissheit, haben sich die Prioritäten bei der Jobwahl verändert. Selbst die Zielgruppe, die Flexibilität und schnelle Karriereentwicklung wollte, fürchtet sich nun verstärkt vor der Arbeitsplatzunsicherheit. Eine Studie von Monster zeigte, dass Jobsuchern in den USA die Jobsicherheit wichtiger als eine Gehaltssteigerung war. Vor die Wahl gestellt wählten 40% Arbeitsplatzsicherheit, wohingegen sich nur 15% für das höhere Gehalt entschieden[1].

Viele Menschen verbinden einen Job bei einem Start-up automatisch mit niedriger Jobsicherheit. Ist eine Stelle in einem Start-up tatsächlich unsicherer als in einem großen Konzern? “Nach den kürzlichen Massenentlassungen in Wall Street Banken, liegt die Antwort nicht mehr direkt auf der Hand […] Allein2015, wurden mehr als 20 000 Posten bei den großen Banken an der Wall Street gestrichen.“[2] Dennoch ist es richtig, dass Start-ups von Haus aus eine höhere Gefahr bergen von heute auf morgen dicht machen zu müssen. Wie eine Analyse von GB Insights herausgefunden hat, sind die Hauptgründe für das Scheitern von Start-ups: ‘kein Marktbedarf’ mit 42%, ‘Geld ausgegangen’ mit 29% und ‘nicht das richtige Team’ mit 23%.[2]

Nachdem wir nun festgestellt haben, dass die Start-up-Umgebung für manche ideal ist, während andere zurecht abgeschreckt werden, schauen wir uns nun speziell die FinTech-Branche an. “FinTech hat sich als hocheinflussreich für den Finanzsektor gezeigt”[3]. In dieser wachsenden Branche scheinen Jobgelegenheiten schier endlos. Vor allem Berufseinsteiger mit großer Wissbegierigkeit und einem Wunsch nach Flexibilität sollten hier ihre Traumstelle finden. Schon bald werden Millenials and Gen Z den Arbeitsmarkt dominieren[4]. Jüngere Generationen werden häufig beschuldigt, von einem Job zum nächsten zu springen. Ein Start-up sollte also die ideale Umgebung sein, um verschiedene Stellen ausprobieren und sich entfalten zu können. René Pomassl, CEO bei SALAMANTEX, sagt hierzu: “In einem Start-up brauchen wir talentierte Macher, die Leidenschaft mitbringen und sich nicht davor fürchten, neue Aufgaben anzugehen. Wir arbeiten alle Hand in Hand und jeder tut sein Bestes um etwas revolutionär Neues auf den Markt zu bringen. Umso diverser das Team, desto besser und kreativer das Endprodukt — bei uns feiern wir unterschiedliche Geschlechter, Nationalitäten und Alterssegmente.”

[1] Definition Of Job Security | Monster.com

[2] Who has more job security: a banker or a startup employee? | by Lindsay Boyajian | ThinkGrowth.org

[3] Why Work in FinTech? | Why Pursue a Career in FinTech? | CPQi

[4] What Gen Z wants from their employers | Fortune

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